Inspiriert vom Tempo und der Dramatik der Tour de France? Begeistert von Fernsehübertragungen von Rennen der Weltelite? Fasziniert von der Dynamik bei Rennen direkt vor der Haustür, z. B. dem Traditionsrennen „Rund um Köln“? Oder vielleicht mitgezogen von radsportlich aktiven Freunden und Bekannte?

Gelegenheiten gibt es ausreichend, um der Dynamik und dem rasanten Charme einer der schönsten Sportarten zu erlegen.

Aber wie fängt man eigentlich an? Viele Fragen stellen sich am Anfang:

Wie fängt man eigentlich an?
Habe ich überhaupt Talent zum Rennsport?
Ist Rennen fahren nicht gefährlich?
Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung
Wie soll ich trainieren?
Welche formellen Voraussetzungen müssen vorab erfüllt sein?
Wo finde ich geeignete Wettkämpfe?
Welche Disziplinen gibt es im Radsport?
Gibt es noch andere Bereiche im Radrennsport?
Wie melde ich mich bei einem Rennen an?
Sind Wettkämpfe vielleicht doch eine Nummer zu groß?
Welches Rennrad benötige ich?
Was benötige ich sonst noch so?
Was wird mich mein Hobby Kosten?
Die Radsportverbände

 

Wie fängt man eigentlich an?

Ist man noch völlig unbedarft und kennt keinen, der vielleicht schon Erfahrungen im Radrennsport gesammelt hat, ist der Kontakt zu einem Radsportverein sicherlich der erste Schritt, der zielgerichtet weiter führt. Im Verein findet man die geeigneten Ansprechpartner zu allen Fragen rund um den Radsport, sowie die regelmäßigen Treffs der Aktiven, die sich meist am Wochenende, oft auch während der Woche zum Training treffen. Dabei gesellt sich gleiches Niveau meist zu gleichem. Soll heißen, in der Regel existieren mehrere, locker organisierte Trainingsgruppen, in denen jeweils ein relativ ähnliches Trainings- und Leistungsniveau herrscht. Hier heißt es, sich einzureihen und Kontakte zu knüpfen. Während der Trainingsfahrten ergeben sich ausreichend Gesprächsstoff und Gelegenheiten, um von den „Profis“ zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.       

 

Habe ich überhaupt Talent zum Rennsport?

Bezogen auf den Radsport beschreibt ein hohes Maß an Talent nicht nur die Fähigkeit, überdurchschnittliche körperliche Leistung zu erbringen, sondern auch das psychische Potenzial, einen gewissen „Renninstinkt“ zu haben, effektiv seine Kräfte einsetzen, eine eigene Taktik entwickeln und einen Rennverlauf mitbestimmen zu können. Darüber hinaus gehört zum Talent auch die Fähigkeit, ein hohes und intensives Trainingspensum gut verkraften zu können und aus dieser hohen körperlichen Belastung auch über Jahre noch maximale Motivation, Ergeiz und „Biss“ zu entwickeln.

Idealerweise verfügt der perfekte Rennfahrer zudem über eine robuste, wenig erkältungs-, krankheits- und verletzungsanfällige Konstitution.

Nur mit Talent lässt sich allerdings noch kein Rennen erfolgreich bestreiten. Um das individuelle Maß an Talent auch zu 100 Prozent voll ausschöpfen zu können, ist ein intensives und vor allem richtiges Training nötig!

Die Gabe mancher Rennfahrer, mit einem hohen Maß an Talent gesegnet zu sein, wird für jeden schnell dadurch sichtbar, dass sie bei gleichem Trainingsaufwand einfach schneller, deutlich leistungs- und erholungsfähiger sind als ihre Konkurrenz. Ihr Körper kann die körperlichen Ressourcen effektiver nutzen.

 

Ist Rennen fahren nicht gefährlich?

Eine regelmäßige Kontrolle bei einem Arzt sollte selbstverständlich sein, gerade wenn man die Zeit seiner frischen Jugend bereits überschritten hat. Dabei macht es durchaus Sinn, eine umfassende sportmedizinische Untersuchung an einem dafür spezialisierten Sportinstitut durchführen zu lassen.

Stürze gehören leider zum Alltag eines jeden Rennfahrers, egal ob er der Schüler- oder der Eliteklasse angehört. Glücklicherweise bleibt es meist bei Schürfwunden, die zwar schmerzhaft sind, in der Regel aber doch schnell wieder verheilen.

Das Tragen eines Helmes ist Pflicht bei der Teilnahme an allen Wettkämpfen! Schon aus Gründen der Sicherheit empfiehlt sich das Tragen eines Helmes auch während des Trainings. Der Kopf, Freunde und Angehörige werden es danken!

Daneben empfiehlt sich während des Rennens auch das Tragen von Radhandschuhen. Sie schützen die Handflächen vor schmerzhaften und schlecht heilenden Verletzungen.

 

Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung

Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung umfasst ein Ruhe-EKG mit Blutdruck- und Pulsmessung, eine Ergometrie (Fahrrad-, Laufband- oder Ruderbelastung) mit Pulskontrolle, ein Belastungs-EKG , eine Lungenfunktionsprüfung, eine Größen- und Gewichtsmessung, eine Analyse des Ernährungszustandes sowie des Körperfettprozentsatzes. Außerdem wird eine Kontrolle des Urins auf Eiweiß, Zucker und Bakterien durchgeführt. Es wird für jeden Sportler ein schriftlicher sportmedizinischer Sofortbefund ausgestellt. Die Kosten hierfür belaufen sich für Selbstzahler auf rund 100 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen ca. 30€.

Darüber hinaus können gegen Gebühr weitere Untersuchungen wie Röntgen, komplette Labordiagnostik, Ultraschall des Bauches, des Herzens (auch mit Farbdoppler), Spiroergometrie und Laktatbestimmung erfolgen.

Anhand der ermittelten Ergebnisse beraten die Institute dann die Eltern und jungen Athleten über das individuell richtige Training.

Adressen von Sportinstituten sind auf der Internetseite des BDR (www.rad-net.de) zu finden.

 

Wie soll ich trainieren?

Die Trainingslehre ist ein sehr weites Feld. Im Fachhandel ist eine Vielzahl erstklassiger Bücher erhältlich, die sich ausführlich mit den Themen Radrennsport, Training, Technik, Ernährung und allen Randbereichen des Radsports befassen. Viele behandeln ausführlich die moderne Trainingslehre, den individuellen Formaufbau in Mikro- und Makrozyklen, die gezielte Vorbereitung auf wichtige Saisonhöhepunkte, die Ausbildung spezifischer Fertigkeiten und das wichtige Ergänzungs- und  Ausgleichstraining (Erwähnt werden sollen hier nur zwei Standardwerke, zum einen von Wolfram Lindner „Radporttraining“, erschienen im Verlag BLV Sportwissen und zum anderen von Achim Schmidt „Handbuch Radsport“, erschienen im Meyer & Meyer Verlag). Gegen gestaffelte Gebühr bietet (www.2peak.com) einen recht gut aufgebauten Online-Trainingsplaner.

Individuelle Trainingspläne auf Basis radsportspezifischer Leistungsdiagnostik erstellt unter anderem das Institut Medisport GBR in Hagen (www.medisport.de).

Oft ergibt sich die Art und Weise, wie man trainiert, aber aus dem regelmäßigen Training mit anderen Rennfahrern. Ohnehin muss jeder für sich seinen persönlichen Weg finden, Beruf, Familie, Freizeit und Radsport optimal miteinander zu verbinden, da der Radsport - möchte man ihn als Wettkampfsport betreiben – mit dem regelmäßigen Training während der Woche und den Wettkämpfen an den Wochenenden, sehr schnell extrem zeitaufwendig wird.

Zu speziellen Fragen steht den meisten Vereinen ein ausgebildeter Trainer zur Verfügung. Er betreut die Fahrer direkt oder steht diesen mit Rat zur Seite. Im Verein finden Sie die richtigen Ansprechpartner.

Im Laufe der Zeit, stellt jeder für sich fest, wo er bezüglich seiner Leistungs- und Leidensfähigkeit steht. Und jeder sollte sich im Klaren sein: Radfahren ist leicht - aber Rennen fahren? Rennen fahren ist wunderschön, aber auch hart - sehr hart - und Rennen werden dort entschieden, wo es besonders weh tut, dort wo jeder an seine Grenzen stößt, physisch und psychisch!

Schließlich kommt die Zeit, wo man den nächsten Schritt wagen möchte. Den direkten Vergleich unter Wettkampfbedingungen, die Teilnahme an einem Rennen.

 

Welche formellen Voraussetzungen müssen vorab erfüllt sein?

Jeder, der an bundesoffenen Wettkämpfen teilnehmen möchte, muss Mitglied in einem Radsportverein sein, der für ihn die notwendige Rennlizenz beantragt. Die Lizenz wird ausgestellt vom Dachverband des deutschen Radsports, dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR), bzw. dem zuständigen Landesverband, z. Bsp. vom Radsportverband NRW. Die Lizenz ist ein Kalenderjahr gültig und berechtigt den Inhaber zur Teilnahme an bundesoffenen Wettkämpfen. Der BDR informiert in seiner informativen Internetseite (www.rad-net.de) sehr ausführlich über viele Aspekte des Radsports, unter anderem über Reglements, Disziplinen, Ergebnisse, Termine, Ausschreibungen und die Details zu nationalen und internationalen Rennen.

 

Wo finde ich geeignete Wettkämpfe?

Die Ausschreibung zu jedem Rennen erscheint rund vier Wochen vor der Veranstaltung in der BDR-Internetseite, bzw. im „Radsport“ (www.sportverlag.de), der wöchentlich erscheinenden Zeitung des BDR. Darin finden sich alle Einzelheiten über Ort, Strecke, Distanz, Meldeschluss, teilnehmenden Altersklassen, Wettkampfmodus, ausrichtender Verein etc.

Entsprechend der Leistungsklassen des BDR, startet man als volljähriger Anfänger zunächst in der Elite-C, bzw. in der Klasse U23 oder je nach Alter in einer der Seniorenklassen 1, 2, 3 oder 4.

Die so genannte „Eliteklasse“ fasst die Leistungsklassen der Elite-A, Elite-B und Elite-C, sowie die Fahrer der international und vollprofessionell organisierten "Professional Teams", "Professional Continental Teams" und "Continental Teams" (früher GS1, GS2 und GS3-Mannschaften) zusammen.

Vereine und Teams, die als eine dieser drei letzt genannten Kategorien auftreten, müssen bei der UCI als solche lizenziert sein und entsprechende Kriterien erfüllen. Die Mannschaften und Fahrer der "Professional Teams" fahren unter anderem in der Rennserie der Pro-Tour um Punkte und Siege.

Speziell in der Elite-C besteht ein großes Leistungs- und Talentgefälle innerhalb des Fahrerfeldes, da hier Anfänger und weniger talentierte Fahrer ebenso vertreten sind, wie junge Fahrer, die als potentielle Siegfahrer lediglich Platzierungen einfahren müssen, um sich möglichst schnell für den Aufstieg in die nächst höhere Leistungsklasse zu qualifizieren. Das bestehende Leistungsgefälle innerhalb der C-Klasse bringt es mit sich, dass es oft zu vermeidbaren Stürzen kommt.

Rennfahrer der Elite C-Klasse, die während des laufenden Kalenderjahres bei bundesoffenen C-Klasse-Rennen mit einer Distanz von mindestens 60 Kilometer fünf Platzierungen unter den ersten zehn, oder aber einen Sieg erringen, steigen sofort in die nächst höhere Leistungsklasse der Elite-B auf.
Danach und in der Saison des Folgejahres haben sie als Fahrer der Eliteklasse B nach gleichem Modus erneut die Möglichkeit, in die wiederum nächst höhere Leistungsklasse der Elite-A aufzusteigen. Gleichzeitig müssen sie aber auch mindestens eine Platzierung unter den ersten zehn erringen, um nicht wieder in die Elite-C abzusteigen. Erringt ein Fahrer zehn Platzierungen oder zwei Siege innerhalb einer Saison, steigt er innerhalb dieses Jahres auch von der C-, über die B-, in die Elite-A auf.

Nicht jeder veranstaltende Verein bietet Rennen der Klasse U23. In diesem Falle können Fahrer ersatzweise in der Klasse der Elite-C starten.

Grundsätzlich gilt, neben den professionellen Teams sind auch die Klassen der Elite A, B, C und U23 stark leistungsorientiert. Das heißt, hier wird schnell, hart und mit teils großem Trainingsaufwand Rennen gefahren. Hobbyradsportlern mit Lizenz werden hier langfristig kaum Freude und Erfolgserlebnisse finden.

 

Welche Disziplinen gibt es im Straßenradrennsport?

Im Bereich Straßenrennsport unterscheidet man

> Straßenrennen
> Rundstreckenrennen
> Kriterien
> Zeitfahren

Klassische Straßenrennen führen über eine beliebig lange Distanz. Gefahren wird auf einer oder mehreren Runden von mindestens 5 Kilometern Länge, die entsprechend der zurückzulegenden Gesamtdistanz, mehrfach zu absolvieren sind. Die Gesamtdistanz variiert je nach Leistungsklasse meist zwischen 80 und 200 Kilometern. Das Rennen geht auf „Endspurt“ - es gewinnt der Fahrer, der am Ende des Rennens als Erster die Ziellinie überquert.

Rundstreckenrennen finden meist auf kleinen Stadtrundkursen von 1-5 Kilometern Länge statt. Während des Rennens werden eine Vielzahl von Geld- und Sachprämien ausgefahren. Die Gesamtdistanz liegt meist zwischen 50 und 80 Kilometern. Wie beim Straßenrennen gewinnt der Fahrer, der am Ende des Rennens als Erster die Ziellinie überquert.

Auch Kriterien werden auf kleinen, 1-2 Kilometer langen Stadtkursen ausgetragen. Auch hier gibt es in der Regel eine Vielzahl von Geld- und Sachprämien zu erspurten. Die Gesamtdistanz liegt hier meist zwischen 40 und 80 Kilometern. Im Unterschied zu den Rundstreckenrennen gewinnt hier der Fahrer, der über die gesamte Renndistanz die meisten Wertungspunkte gesammelt hat. Jede fünfte Runde ist „Wertungsrunde“. Die ersten vier Fahrer erhalten dabei 5, 3, 2 und 1 Punkt. Die letzte Wertung am Ende des Rennens zählt doppelt, 10, 6, 4, und 2 Punkte.

Zusätzlich gilt, „Rundengewinn geht vor Punktgewinn!“ Fahrer die einen Rundengewinn herausfahren können, gewinnen das Rennen vor Fahrern, die bereits punkten konnten, aber noch keinen Rundengewinn erfahren haben.
Je nach Wettkampfrichter besteht bei Rundstreckenrennen und Kriterien die Möglichkeit, dass gestürzte Rennfahrer oder Fahrer mit einem nachweisbaren Defekt, eine Rundenvergütung erhalten.

Aufgrund des speziellen Austragungsmodus, sind Kriterien sehr schnell und abwechslungsreich für Fahrer und Zuschauer. Kriterien fordern den Rennfahrern völlig andere Qualitäten ab, als klassische Straßenrennen.

Zeitfahren sind Sonderdisziplinen des Straßenrennsports und werden im Rahmen der Landes-, Deutschen und Weltmeisterschaften, sowie im Rahmen von Rundfahrten ausgetragen. Man unterscheidet Einzel- und Mannschafts-Zeitfahren. Der Wettkampfmodus ist denkbar einfach: auf festgelegter Strecke mit der Mannschaft, zu zweit oder allein gegen die Uhr und die restliche Konkurrenz.

Für Anfänger mit wenigen Erfahrungen bieten sich zunächst klassische Straßenrennen mit leichterem, eher anspruchslosem Profil an. Von Rennfahrerkollegen und den Verantwortlichen des Vereins erfährt man, welche Veranstaltungen bezüglich ihres Schweregrads geeignet sind.

 

Gibt es noch andere Bereiche im Radrennsport?

Neben dem Straßenradrennsport gibt es im Radrennsport noch die Bereiche Bahnradsport und Querfeldein.

Der Bahnradsports umfasst die verschiedenen Disziplinen Sprint, Keirin, Verfolgungsfahren, Zeitfahren, 2er-Mannschaftsfahren, Punktefahren und Steherrennen.

Beim „Querfeldein“ wird der Sieger auf einem Geländerundkurs im Endspurt ermittelt, ähnlich wie beim Mountainbike „Cross Country“. Die Rennen der Erwachsenen gehen meist über eine knappe Stunde und werden während der Wintermonate ausgetragen. Je nach Gelände muss die Strecke teilweise im Laufen und mit geschultertem Rad absolviert werden. Der Querfeldeinsport fordert von den „Crossern“ ein Höchstmaß an Kondition und Geschicklichkeit.

 

Wie melde ich mich bei einem Rennen an?

Hat man sich für einen Wettkampf entschlossen, übernimmt der Verein, dem man angehört, schließlich die verbindliche Meldung beim ausrichtenden Verein. Die Startnummer erhält der gemeldete Fahrer dann am Veranstaltungsort gegen Vorlage seiner Lizenz und Zahlung eines Startgeldes in Höhe von 5 €.

Eine Stunde vor dem Start sollte man spätestens vor Ort sein, um bei der „Nummernausgabe“ seine Startnummer zu holen, sich umzuziehen, alle restlichen Dinge vorzubereiten und sich möglichst ausreichend warm fahren zu können.

Bei den ersten Wettkämpfen ist man wohl zunächst nur bestrebt, am Ende des Rennens ohne allzu großen Zeitrückstand das Ziel zu erreichen. Je nach Talent, Leistungsvermögen und Erfahrung, stehen dabei das Einschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, der richtige und routinierte Umgang mit Schaltung und Bremse, das richtige Kurven- und so wichtige Windschattenfahren, die ständigen Tempowechsel, das Fahren und sich Behaupten im dichten Fahrerfeld sowie das Entwickeln von Stehvermögen im persönlichen Vordergrund. Erst im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Dynamik, das Tempo und den Verlauf eines Radrennens.

Fragen der Taktik spielen frühestens eine Rolle, wenn das Tempo des Fahrerfeldes relativ problemlos mitgehalten werden kann.

 

Sind Wettkämpfe vielleicht doch eine Nummer zu groß?

Für Anfänger ohne jegliche Erfahrungen oder Radsportlern, die es vielleicht doch lieber etwas gemächlicher angehen möchten, besteht auch die Möglichkeit, bei so genannten „Jedermann-Rennen“ zu starten oder bei der Radtouristik erste Schritte in Richtung Rennsport zu unternehmen.

Bei Jedermann-Rennen ist in der Regel „jeder Mann“ oder Frau startberechtigt, mit oder ohne Rennfahrerlizenz. Jedermann-Rennen finden oft im Rahmenprogramm von Profi-Radrenn-Großveranstaltungen statt. Die detaillierten Startbestimmungen ergeben sich aus den Ausschreibungen der jeweiligen Wettkämpfe. Meist sind hier mehrere hundert bis tausend Fahrer am Start einer Strecke, die größtenteils identisch mit Streckenabschnitten des entsprechenden Profirennens ist. Die Gesamtdistanz liegt meist bei 70 bis 100 Kilometer.

 

Welches Rennrad benötige ich?

Wettkampftaugliche Rennräder sind über den rennsportspezialisierten Fachhandel zu beziehen. Der Verein und Fachhandel berät ausführlich über wichtige Dinge rund um den Radkauf, wie die notwendige Rahmengröße und die richtige Sitzposition. Der Preis für ein wettkampftaugliches Rennrad liegt bei etwa 1.200 € aufwärts. Highend-Rennräder der Topklasse liegen bei einem Ladenpreis von etwa 2.500 bis 3.500 € und darüber. Tröstlich für alle mit eher schmalem Portemonnaie, treten muss letztlich jeder selbst ! Für den Kauf eines gebrauchten Rennrades lohnt eventuell auch der Blick in die Anzeigen der Fachmagazine, in das Internet und natürlich die Anfrage im Verein.

 

Was benötige ich sonst noch so?

Das Tragen der Rennkleidung in bundesoffenen Wettkämpfen ist bezüglich der aufgedruckten Vereinssponsoren streng reglementiert. Steht gerade kein Vereinstrikot zur Verfügung, tut es auch ein „neutrales“ Trikot, also eine rennsporttaugliche Wettkampfkleidung in beliebiger Farbe, aber ohne jede Aufschrift.

 

Was wird mich mein neues Hobby kosten?

Zu den Kosten für ein Rennrad, den Helm, die Bekleidung, Material, Lizenz, Vereins- und Verbandsbeitrag, kommen am Anfang primär die regelmäßigen Benzinkosten hinzu, die für die Fahrten zu den Rennen während der Wochenenden entstehen.

Die meisten Vereine bieten Ihren Fahrern ein internes System zur finanziellen Unterstützung.

Für spurtstarke Fahrer gibt es während der Rennen vielfach Geld- und Sachprämien zu gewinnen. Die platzierten Fahrer erhalten ebenfalls festgelegte Geldpreise.

Wer allerdings Rennen fahren möchte, um Geld damit zu verdienen, wird enttäuscht! Die Summe aller Leistungsprämien deckt selten die laufenden Unkosten für Material und Benzin. Außerdem gilt, wer professionell verdienen möchte, muss auch professionelle Leistung bringen und das bleibt meist nur Fahrern der GS-Mannschaften vorbehalten.

 

Die Radsportverbände

Der Radsportverband Nordrhein-Westfalen in Gelsenkirchen (www.radsportverband-nrw.de) ist der zuständige Verband auf Landesebene. Jedes Bundesland hat seinen eigenen Landesverband.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Frankfurt am Main (www.bdr-online.org) ist der Dachverband auf Bundesebene.

Die Union Cycliste Internationale (UCI) in der Schweiz (www.uci.ch) ist der Radsportweltverband.