Kinder werden von vielen Dingen genauso inspiriert und vielleicht für den Radsport begeistert, wie Erwachsene: von Fernsehübertragungen, den Live-Übertragungen der Tour de France oder von radsportlich aktiven Freunden und Familienangehörigen.

Und irgendwann äußert das eigene Kind vielleicht den Wunsch, Radrennen fahren zu wollen. Für die Eltern stellen sich eine Vielzahl von Fragen:

Wie fängt man eigentlich an?
Hat mein Kind überhaupt Talent dazu?
Ist Rennen fahren nicht gefährlich?
Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung
Gibt es überhaupt Rennen für Kinder?
Welche Disziplinen gibt es im Radsport?
Gibt es noch andere Bereiche im Radsport?
Wie soll trainiert werden?
Welche formellen Voraussetzungen müssen vorab erfüllt sein?
Wie melde ich mein Kind bei einem Rennen an?
Sind Wettkämpfe vielleicht doch eine Nummer zu groß?
Was für ein Rennrad benötigt das Kind?
Was benötigt es sonst noch so?
Was wird mich das neue Hobby meines Kindes Kosten?
Die Radsportverbände

 

Wie fängt man eigentlich an?

Gerade wenn Kinder in die Schule kommen, suchen sie nach neuen Herausforderungen und Bestätigung. Eltern machen sich Gedanken über die gesunde und sinnvolle Entwicklung ihrer Kinder. Sport kann dabei eine ganz wesentliche Hilfe sein, denn Sport unterstützt nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern schult darüber hinaus auch positiv den Charakter und die geistige Entwicklung des Kindes.

Dabei ist es zunächst eigentlich gleichgültig, ob der örtliche Fußballverein oder der Radsportclub Ziel des Interesses ist. Bis zum 12. Lebensjahr sollte eher der Spaß an der Bewegung und die Ausbildung allgemeinsportlicher Fertigkeiten im Vordergrund stehen.

Eine zu starke Spezialisierung zu einem sehr frühen Zeitpunkt wirkt auf Kinder meist demotivierend. Kinder sollen Kinder bleiben! Kinder sollten aus eigenem Interesse und aus eigener Motivation heraus den Sport ihrer Wahl betreiben und in ihn hineinwachsen können. Und Eltern sollten sich gerade zu Beginn der sportlichen Aktivität ihrer Kinder, in ihrem Ergeiz zügeln!

Außerdem lässt sich auch nur so die Sportart finden, die dem Kind am meisten liegt, wo es Talent und Interesse entwickeln und einbringen kann und somit auch die notwendigen Erfolgserlebnisse findet. Schön natürlich, wenn der Radsport auserwählt ist, eine der schönsten Sportarten überhaupt!

Haben Kinder einmal ihren Sport gefunden und betreiben ihn regelmäßig mit Spaß, ergibt sich im Alter von 12-14 Jahren oft von selbst eine Fokussierung auf eine bestimmte Sportart und auf das daraus resultierende Training.

Viele Fragen stellen sich am Anfang.

 

Hat mein Kind überhaupt Talent dazu?

Bezogen auf den Radsport beschreibt ein hohes Maß an Talent nicht nur die Fähigkeit, überdurchschnittliche körperliche Leistung zu erbringen, sondern auch das psychische Potenzial, einen gewissen „Renninstinkt“ zu haben, effektiv seine Kräfte einsetzen, eine eigene Taktik entwickeln und einen Rennverlauf mitbestimmen zu können. Darüber hinaus gehört zum Talent auch die Fähigkeit, ein hohes und intensives Trainingspensum gut verkraften zu können und aus dieser hohen körperlichen Belastung auch über Jahre noch maximale Motivation, Ergeiz und „Biss“ zu entwickeln.

Idealerweise verfügt der perfekte Rennfahrer zudem über eine robuste, wenig erkältungs-, krankheits- und verletzungsanfällige Konstitution.

Nur mit Talent lässt sich allerdings noch kein Rennen erfolgreich bestreiten. Um das individuelle Maß an Talent auch zu 100 Prozent voll ausschöpfen zu können, ist ein intensives und vor allem richtiges Training nötig!

Die Gabe mancher Rennfahrer, mit einem hohen Maß an Talent gesegnet zu sein, wird für jeden schnell dadurch sichtbar, dass sie bei gleichem Trainingsaufwand einfach schneller, deutlich leistungs- und erholungsfähiger sind als ihre Konkurrenz. Ihr Körper kann die körperlichen Ressourcen effektiver nutzen.

 

Ist Rennen fahren nicht gefährlich ?

Für alle noch nicht volljährigen Fahrer ist eine ärztliche Untersuchung vorgeschrieben. Der Hausarzt untersucht das Kind auf alle wichtigen Aspekte rund um die allgemeine Sporttauglichkeit.

Gerade bei Kindern macht es durchaus Sinn, frühzeitig eine umfassende sportmedizinische Untersuchung an einem dafür spezialisierten Sportinstitut durchführen zu lassen.

Nicht zu vergessen und wichtig für die besorgten Eltern, Stürze gehören leider zum Alltag eines jeden Rennfahrers, egal ob er der Schüler- oder der Eliteklasse angehört. Glücklicherweise bleibt es meist bei Schürfwunden, die zwar schmerzhaft sind, in der Regel aber doch schnell wieder verheilen.

Das Tragen eines Helmes ist Pflicht bei der Teilnahme an allen Wettkämpfen! Schon aus Gründen der Sicherheit empfiehlt sich das Tragen eines Helmes gerade bei Kindern auch während des Trainings. Der Kopf wird es danken!
Daneben empfiehlt sich während des Rennens auch das Tragen von Radhandschuhen. Sie schützen die Handflächen vor schmerzhaften und schlecht heilenden Verletzungen.

 

Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung

Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung umfasst ein Ruhe-EKG mit Blutdruck- und Pulsmessung, eine Ergometrie (Fahrrad-, Laufband- oder Ruderbelastung) mit Pulskontrolle, ein Belastungs-EKG , eine Lungenfunktionsprüfung, eine Größen- und Gewichtsmessung, eine Analyse des Ernährungszustandes sowie des Körperfettprozentsatzes. Außerdem wird eine Kontrolle des Urins auf Eiweiß, Zucker und Bakterien durchgeführt. Es wird für jeden Sportler ein schriftlicher sportmedizinischer Sofortbefund ausgestellt. Die Kosten hierfür belaufen sich für Selbstzahler auf rund 100 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen ca. 30 €.

Darüber hinaus können gegen Gebühr weitere Untersuchungen wie Röntgen, komplette Labordiagnostik, Ultraschall des Bauches, des Herzens (auch mit Farbdoppler), Spiroergometrie und Laktatbestimmung erfolgen.

Anhand der ermittelten Ergebnisse beraten die Institute dann die Eltern und jungen Athleten über das individuell richtige Training.

Adressen von Sportinstituten sind auf der Internetseite des BDR (www.rad-net.de) zu finden.

 

Gibt es überhaupt Rennen für Kinder?

Ist man noch völlig unbedarft und kennt keinen, der vielleicht schon Erfahrungen in diesem Metier gesammelt hat, ist der Kontakt zu einem Radsportverein sicherlich der erste Schritt, der zielgerichtet weiter führt. Im Verein findet man die geeigneten Ansprechpartner zu allen Fragen rund um den Radsport und natürlich andere Eltern, deren Kinder die ersten Hürden bereits genommen haben, mit denen man sich austauschen kann.

Entsprechend der Altersklassen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) starten männliche Kinder und Jugendliche in den Altersklassen der Schüler U11 (unter 11 Jahren), Schüler U13, Schüler U15, Jugend U17 oder bei den Junioren U19.

Mädchen und junge Frauen starten je nach Alter in den Altersklassen der Schülerinnen U11 (unter 11 Jahren), Schülerinnen U13, Schülerinnen U15, weibliche Jugend U17 oder bei den Juniorinnen U19. Nicht jeder veranstaltende Verein bietet Rennen für die weiblichen Klassen. In diesem Falle müssen die Fahrerinnen in den entsprechenden Klassen der Jungen starten.

In jeder der Schüler- und Jugendklassen ist die maximale Übersetzung der Rennräder, also der Weg, der mit einer Pedalumdrehung maximal zurückgelegt werden kann, genau reglementiert.

Kleinere Kinder haben die Möglichkeit, in so genannten „Nachwuchsrennen“ oder „Erste-Schritt-Rennen“ ihre ersten wichtigen Erfahrungen zu sammeln. Hier gibt es kaum ein fest geschriebenes Reglement. Die Anmeldung erfolgt vor Ort und die Fahrer benötigen weder eine Rennlizenz, noch eine Vereinszugehörigkeit. Auch bezüglich der Fahrräder und der Bekleidung gibt es keine Beschränkungen. Lediglich das Tragen eines Helmes ist Pflicht! Die Wettkämpfe für die Allerjüngsten führen über wenige Kilometer und sind dem Leistungsvermögen der jungen Rennfahrer angemessen. Trotzdem wird manchmal auch hier schon verbissen um jeden Meter gekämpft.

In Rennen der Schüler-, Jugend- und Juniorenklassen wird je nach Alter zunehmend mit mehr Einsatz und Engagement gefahren. Wie bei den Erwachsenen werden auch hier Landes-, Deutsche und Weltmeisterschaften ausgefahren. Das Leistungsgefälle zwischen den Fahrern innerhalb einer Schüler- oder Jugendklasse, kann stark variieren, da die Rennfahrer dieses Alters schon aufgrund ihres ganz individuellen körperlichen Entwicklungsstandes, sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen.

In der Klasse der Junioren U19 wird mitunter bereits wie bei der Elite mit großem Umfang und Aufwand trainiert. Die Spitzenfahrer im Juniorenbereich können bereits international zum Einsatz kommen und haben schon hier die Möglichkeit, sich für einen späteren Wechsel in das Profilager der "Professional Teams" zu empfehlen.

 

Welche Disziplinen gibt es im Straßenradrennsport?

Im Bereich Straßenrennsport unterscheidet man:

> Straßenrennen
> Rundstreckenrennen
> Kriterien
> Zeitfahren

Klassische Straßenrennen führen über eine beliebig lange Distanz. Gefahren wird auf einer oder mehreren Runden von mindestens 5 Kilometern Länge, die entsprechend der zurückzulegenden Gesamtdistanz, mehrfach zu absolvieren sind. Die Gesamtdistanz liegt je nach Altersklasse meist bei 10 Kilometern bei den Schülern U11, 20 Kilometern bei den Schülern U13, 30 Kilometern bei den Schülern U15, 50 Kilometern bei der Jugend U17 und 90 Kilometern bei den Junioren U19.

Gefahren wird „auf Endspurt“, d. h. es gewinnt der Fahrer, der am Ende des Rennens als Erster die Ziellinie überquert.

Rundstreckenrennen finden meist auf kleinen Stadtrundkursen von 1-5 Kilometern Länge statt. Während des Rennens gibt es oft eine Vielzahl von Geld- und Sachprämien zu erspurten. Die Gesamtdistanz liegt je nach Altersklasse meist bei 8 Kilometern bei den Schülern U11 und 90 Kilometern bei den Junioren U19. Wie beim Straßenrennen gewinnt der Fahrer, der am Ende des Rennens als Erster die Ziellinie überquert.

Auch Kriterien werden auf kleinen, 1-2 Kilometer langen Stadtkursen ausgetragen. Auch hier gibt es in der Regel eine Vielzahl von Geld- und Sachprämien zu gewinnen. Die Gesamtdistanzen entsprechen denen bei den Rundstreckenrennen.

Im Unterschied zu den Rundstreckenrennen gewinnt im Kriterium der Fahrer, der über die gesamte Renndistanz die meisten Wertungspunkte gesammelt hat. Jede fünfte Runde ist „Wertungsrunde“. Die ersten vier Fahrer erhalten dabei 5, 3, 2 und 1 Punkt. Die letzte Wertung am Ende des Rennens zählt doppelt, 10, 6, 4, und 2 Punkte sind zu ersprinten. Zusätzlich gilt, „Rundengewinn geht vor Punktgewinn!“ Fahrer die einen Rundengewinn herausfahren können, gewinnen das Rennen vor Fahrern, die bereits punkten konnten, aber noch keinen Rundengewinn erfahren haben.

Aufgrund des speziellen Austragungsmodus, sind Kriterien sehr schnell und abwechslungsreich für Fahrer und Zuschauer. Kriterien fordern den jungen Rennfahrern völlig andere Qualitäten ab, als Straßenrennen.

Zeitfahren sind Sonderdisziplinen des Straßenrennsports und werden im Rahmen der Landes-, Deutschen und Weltmeisterschaften ausgetragen. Man unterscheidet Einzel- und Mannschafts-zeitfahren. Der Wettkampfmodus ist denkbar einfach: auf festgelegter Strecke allein gegen die Uhr und die restliche Konkurrenz.

 

Gibt es noch andere Bereiche im Radrennsport?

eben dem Straßenradrennsport gibt es im Radrennsport noch die Bereiche Bahnradsport und Querfeldein.

Der Bahnradsports umfasst die verschiedenen Disziplinen Sprint, Keirin, Verfolgungsfahren, Zeitfahren, 2er-Mannschaftsfahren, Punktefahren und Steherrennen.

Beim „Querfeldein“ wird der Sieger auf einem Geländerundkurs im Endspurt ermittelt. Die Rennen der Erwachsenen gehen meist über eine knappe Stunde und werden während der Wintermonate ausgetragen. Je nach Gelände muss die Strecke teilweise im Laufen und mit geschultertem Rad absolviert werden. Der Querfeldeinsport fordert von den „Crossern“ ein Höchstmaß an Kondition und Geschicklichkeit.

 

Wie soll trainiert werden?

Die Trainingslehre ist ein sehr weites Feld. Im Fachhandel ist eine Vielzahl erstklassiger Bücher erhältlich, die sich ausführlich mit den Themen Radrennsport, Training, Technik, Ernährung und allen Randbereichen des Radsports befassen.

Viele behandeln ausführlich die moderne Trainingslehre, den individuellen Formaufbau in Mikro- und Makrozyklen, in Entwicklungs- und Spitzenbereichen, die gezielte Vorbereitung auf wichtige Saisonhöhepunkte sowie die Ausbildung spezifischer Fertigkeiten.

Allerdings sind die meisten Fachbücher und Planer auf das Training für Erwachsene ausgerichtet.

Da sich das Training für Fahrer der Schüler- und Jugendklassen prinzipiell von dem der Erwachsenen unterscheidet, sollte für die sinnvolle Trainingsgestaltung ein Trainer zu Rate gezogen werden. Die richtigen Ansprechpartner finden Sie in Ihrem Verein.

Während Jugend- und vor allem Juniorenfahrer schon intensiv im Renngeschehen mitmischen können und eine entsprechende Unterstützung benötigen, sollten Eltern von rennsportlichen Kindern, d. h. Fahrern der Schülerklasse U13 und jünger, noch keinen allzu verbissenen Ergeiz an den Tag legen. Hier gilt es, Erfahrungen zu sammeln und die jungen Rennfahrer seitens der Eltern und des Vereins langsam und behutsam an den Renn- und Leistungssport heranzuführen.

Oft wächst dann ein kleines „Familienteam“ heran, das regelmäßig „auf Tour“ ist und in dem alle Beteiligten ihre Aufgaben haben: der Vater bemüht sich meist um Trainingsplanung, Technik, Taktik und versorgt den Rennfahrer motivierend und anfeuernd vom Straßenrand aus mit hilfreichen Informationen. Die Mutter kümmert sich um die direkte Betreuung, während das Rennen fahrende Kind das engagierte Coaching rund um seine Person genießt.

Engagiertes Coaching meint hier aber auch, dem jungen Rennfahrer bei allem Eifer auch den nötigen Trost und Rückhalt bieten zu können, denn gerade bei den Jüngsten liegen Freude und Tränen oft nahe beieinander.

 

Welche formellen Voraussetzungen müssen vorab erfüllt sein?

Kinder wie Erwachsene, die an bundesoffenen Wettkämpfen teilnehmen möchten, müssen Mitglied in einem Radsportverein sein, der die notwendige Rennfahrer-Lizenz beantragt. Die Lizenz wird ausgestellt vom Dachverband des deutschen Radsports, dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR), bzw. dem zuständigen Landesverband, z. B. vom Radsportverband NRW e.V.

Die Lizenz ist ein Kalenderjahr gültig und berechtigt den Inhaber zur Teilnahme an bundesoffenen Wettkämpfen. Kinder und Jugendliche benötigen außerdem eine ärztliche Bescheinigung ihrer allgemeinen Sporttauglichkeit, die bis zur Volljährigkeit jährlich vom Hausarzt erneuert werden muss sowie das schriftliche Einverständnis der Eltern oder Erziehungsberechtigten.

 

Wie melde ich mein Kind bei einem Rennen an?

Der BDR informiert in seiner Internetseite (www.rad-net.de) sehr ausführlich über viele Aspekte des Radsports, unter anderem über Reglements, Disziplinen, Ergebnisse, Termine sowie zu den Ausschreibungen und die Details der nationalen und internationalen Rennen.

Die Ausschreibung zu jedem Rennen erscheint rund vier Wochen vor der Veranstaltung in der BDR-Internetseite, bzw. im „Radsport“ (www.sportverlag.de), der wöchentlich erscheinenden Zeitung des BDR. Darin finden sich alle Einzelheiten über Ort, Strecke, Distanz, Meldeschluss, teilnehmenden Altersklassen, Wettkampfmodus, ausrichtender Verein etc.

Von den Verantwortlichen des eigenen Vereins erfährt man, welche Rennen bezüglich ihres Schweregrads für die jungen Fahrer geeignet sind.

Haben sich Kind und die Eltern für einen Wettkampf entschlossen, übernimmt der Verein, dem man angehört, die verbindliche Meldung beim ausrichtenden Verein.

Die Startnummer erhält der gemeldete Fahrer dann am Veranstaltungsort gegen Vorlage seiner Lizenz. Juniorenfahrer zahlen vor Ort ein Startgeld in Höhe von 3 €. Der Start für Schüler- und Jugendfahrer ist frei.

Mindestens eine Stunde vor dem Start sollte man vor Ort sein. So bleibt ausreichend Zeit für das Umzuziehen, das Holen der Startnummer bei der „Nummernausgabe“ und für das Warmfahren.

Bei den aller ersten Wettkämpfen sind die jungen Fahrer, ebenso wie Erwachsene, meist nur damit beschäftigt, im schnellen Fahrerfeld mitzuhalten. Sie sammeln dabei wichtige Erfahrungen und lernen den richtigen und routinierten Umgang mit Schaltung und Bremse, das richtige Kurven- und das so wichtige Windschattenfahren, die ständigen Tempowechsel, Stehvermögen und das sich Behaupten im dichten Fahrerfeld. Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für die Dynamik, das Tempo und den Verlauf eines Radrennens.

 

Sind Rennen vielleicht doch eine Nummer zu groß?

Erste radsportliche Schritte, vielleicht zusammen mit Eltern und Freunden, können Radsportbegeisterte auch bei Radtouristikfahrten (RTF) sammeln.
RTFs sind keine Rennen, aber Veranstaltungen, wo über verschiedene Strecken und Distanzen für alle Leistungs- und Altersklassen auch anspruchsvoller Radsport geboten wird. Kinder unter 14 Jahren benötigen in der Regel eine erwachsene Begleitperson.

 

Welches Rennrad benötigt das Kind?

Mussten Kinder bisher auf kleinen Erwachsenenrennrädern ihrem Sport nachgehen, bietet der Fachhandel den Jüngsten heute auch Rennräder, die mit entsprechend proportionierten Rahmen, Laufrädern, Kurbeln, Lenker und Vorbauten, Bremsen und Bremsgriffen die Belange von Kindern berücksichtigen.

Wettkampftaugliche Rennräder sind über den rennsportspezialisierten Fachhandel, oft auch über die Vereine zu beziehen. Der Verein und Fachhandel berät ausführlich über wichtige Dinge rund um den Radkauf, wie die notwendige Rahmengröße und die richtige Sitzposition.

Der Preis für ein wettkampftaugliches Schülerrennrad liegt bei etwa 800 bis 1.000 € aufwärts. Fahrer der Jugend- und Juniorenklassen fahren meist Rennräder, die denen der Eliteklasse entsprechen und mit ca. 1.500 € auch deutlich teurer sind.

Gerade Kinder wachsen schnell und das recht teure, fast neuwertige Rennrad wird schon nach zwei Jahren zu klein. Deshalb lohnt es sich oft, für Fahrer der Schülerklassen auch nach guten, gebrauchten Rennrädern Ausschau zu halten.

 

Was benötigt es sonst noch so?

Das Tragen der Rennkleidung in bundesoffenen Wettkämpfen ist bezüglich der aufgedruckten Vereinssponsoren streng reglementiert. Steht gerade kein Vereinstrikot zur Verfügung, tut es auch ein „neutrales“ Trikot, also eine rennsporttaugliche Wettkampfkleidung in beliebiger Farbe, aber ohne jede Aufschrift.

 

Was wird mich das neue Hobby meines Kindes kosten?

Zu den Kosten für ein Rennrad, den Helm, die Bekleidung, Material, Lizenz, Vereins- und Verbandsbeitrag, kommen am Anfang primär die regelmäßigen Benzinkosten hinzu, die für die Fahrten zu den Rennen während der Wochenenden entstehen.

 

Die Radsportverbände

Der Radsportverband Nordrhein-Westfalen in Gelsenkirchen (www.radsportverband-nrw.de) ist der zuständige Verband auf Landesebene. Jedes Bundesland hat seinen eigenen Landesverband.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Frankfurt am Main (www.bdr-online.org) ist der Dachverband auf Bundesebene.

Die Union Cycliste Internationale (UCI) in der Schweiz (www.uci.ch) ist der Radsportweltverband.